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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
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Als Euſtachius zu Rom ankam, nahm Kai⸗ ſer Adrian den ſiegreichen Feldherrn ſehr guͤtig auf, lobte ihn wegen der uͤberreichten Sieges⸗ zeichen, verſicherte ihn ſeiner Gnade und uͤber⸗ haͤufte ihn mit Geſchenken. Der Kaiſer ordnete hierauf ein Siegesfeſt an, und ſtand an dem dazu beſtimmten Tage wirklich ſchon bereit, ſich mit großer Pracht und zahlreichem Gefolge in den Tem⸗ pel zu begeben, und ſeinen Goͤttern ein feyerliches Opfer zu entrichten. Euſtachius ſollte ihn beglei⸗ ten, um dort an den Altaͤren der heidniſchen Goͤtter Weihrauch in die Glut zu ſtreuen, und dann aus der Hand des Kaiſers den Lorbeerkranz zu erhalten. Allein Euſtachius weigerte ſich, den Kaiſer dahin zu begleiten, und die Schwelle des Tempels zu betreten.

Wie? rief der Kaiſer entruͤſtet, den vater⸗ laͤndiſchen Goͤttern willſt du fuͤr deine Siege kein Opfer darbringen? Du glaubſt ihnen keinen Dank ſchuldig zu ſeyn, daß ſie dir deine Gemahlin und deine Soͤhne wieder geſund und unverletzt zu⸗ fuͤhrten?

Euſtachius antwortete freymuͤthig und furcht⸗ los:Mein Kaiſer! ich bin ein Chriſt. Der Gott, den wir Chriſten anbethen, verlieh mir durch ſei⸗ nen Sohn Jeſus Chriſtus den Sieg; Er gab mir meine Gemahlin und meine Soͤhne wieder zuruͤck. Ihm allein bin ich Dankopfer ſchuldig. Niemals werde ich deine Goͤtter anbethen; ſie ſind nur eitle Traumbilder menſchlicher Einbil⸗ dungskraft, oder lebloſe Goͤtzen von Menſchenhand