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„Wenn ich ein Licht anzuͤnde und es natuͤr⸗ lich nicht unter ein Kornmaaß ſetze, ſondern es auf den Leuchter ſtelle, faͤllt mir ein, daß wir unſer Licht vor den Menſchen ſollen leuchten laſ⸗ ſen, damit ſie unſre guten Werke ſehen, und den Vater im Himmel preiſen. Wenn die Maͤgde die Geſchirre, die Schuͤſſeln und Becher, glaͤnzend rein ſpuͤlen und fegen, ſo erinnere ich mich, daß auch Alles, was in Schuͤßeln und Bech⸗ ern aufgeſetzt wird, rechtmaͤßig erworben ſeyn muͤſ⸗ ſe, damit Alles rein ſey. Finde ich es noͤthig, ein altes Kleid ausbeſſern zu laſſen, ſo ſchneide ich dazu kein Stuͤck vom guten, neuen Tuche ab. Das hieße das neue Tuch verſchwenden; es ſchickte ſich auch nicht zum alten Kleide, und der Riß wuͤrde wohl nur noch groͤßer. Und da faͤllt mir dann allemal das Gleichniß Jeſu ein, in dem Er uns zu verſtehen gibt, unſre Tugend ſoll kein ſo elendes Flickwerk, ſondern lieber ein ganz neues Kleid ſeyn, das aus Einem Stuͤcke gemacht iſt. Sogar das Einfaͤdeln der Na⸗ del lehrt mich: So wenig ein Kameel durch das kieine Nadeloͤhr geht, ſo wenig kann ein Geizi⸗ ger in das Himmelreich eingehen.“⸗
„Und da muß ich, wie im Vorbeygehen, noch bemerken: Wann ſo ein hoch und ſchwer be⸗ packtes Kameel vor unſerm Hauſe ankam, fand ich dieſes Gleichniß immer beſonders treffend. Ach, das arme Thier! ſprach ich oft; all der Reichthum, den es traͤgt, druͤckt es nur, und nuͤtzt ihm nichts. Dieſem Laſtthiere gleicht der


