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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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hohen Lehren ſo gar einfach und lieblich in Gleich⸗ niſſen von den gemeinſten Dingen des alltaͤgti⸗ chen Lebens vortrug, daß auch jede Magd ſie verſtehen kann. Mirr fiel dieſes bey den haͤusli⸗ chen Geſchaͤften, die ich vornahm oder unter meiner Aufſicht von den Maͤgden vornehmen ließ⸗ oft recht auf. Das Anzuͤnden eines Lichtes, das Spuͤlen der Geſchirre, das Flicken eines Kleides, war Ihm nicht zu ſchlecht, Gleichniſſe davon her⸗ zunehmen, um ſich auch den Kleinen und Un⸗ muͤndigen verſtaͤndlich zu machen.

Mein ſeliger Vater hatte, bevor ihm das Evangelium verkuͤndet ward, ſchon immer ein großes Verlangen, uͤber jene Wahrheiten Auf⸗ ſchluß zu erhalten, die jedem vernuͤnftigen Men⸗ ſchen die wichtigſten ſeyn muͤſſen. Er machte daher mit einem gelehrten Manne, den man einen Weiſen nannte, Bekanntſchaft. Der ge⸗ lehrte Mann, dem ſein ernſtes Geſicht und ſein großer Bart ein ſehr ehrwuͤrdiges Anſehen gaben, ſpeiſete oͤfter bey uns, und redete ſehr viel von dem Urheber der Welt, von Tugend und Unſterb⸗ lichkeit; er ſprach aber in ſo hohen, praͤchtig klin⸗ genden Ausdruͤcken, daß ich das Wenigſte davon verſtand, und kein Wort mehr davon weiß. Al⸗ lein wie ſind die einfachen Gleichniſſe von irdiſchen Dingen, in die Jeſus den Schatz ſeiner himmliſchen Wrisheir niederlegte, ſo leicht zu verſtehen, und ſo leicht zu behalten! Sie ſind mir durchaus klar, und ich werde in meiner Haushaltung des Tages hundertmal daran erinnert!