Druckschrift 
Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
Einzelbild herunterladen

122

Muͤhle, wo oft viel aͤrgerliches Geſchwaͤtz von heid⸗ niſchgeſinnten Menſchen gefuͤhrt wird, ſo erinnerte mich der Muͤhlſtein an die Worte Jeſu:We⸗ he dem Menſchen, der Aergerniß gibt; es waͤre ihm beſſer, daß man ihm einen Muͤhlſtein an den Hals haͤnge, und ihn in das Meer verſaͤn⸗ ke, wo es am tiefſten iſt.

Das lieblichſte und erfreulichſte Gleichniß war mir aber das vom Weizenkoͤrnlein, das begraben wird, und wieder vom Tode auferſteht. Es erinnert den Ackersmann, der immer golde⸗ nen Saamen in die Furchen ausſtreut, aber einſt ſelbſt von einer tiefern Furche, dem Grabe, ver⸗ ſchlungen wird, gar ſo troͤſtlich daran, daß aus dem Tode neues Leben aufbluͤhe!

So hat Chriſtus es dem Landmanne ſehr leicht gemacht, ſich bey ſeinen irdiſchen Arbeiten an himmliſche Dinge zu erinnern, und ein Ackers⸗ mann edlerer Art zu werden. Es liegt in der Lehre und Lehrart Jeſu etwas ſo Hohes und Einfaches, Klares und Ruͤhrendes, das allein ſchon hinreichend iſt, ihre Goͤttlichkeit zu bewaͤh⸗ ren.

Neunzehntes Kapitel. Die chriſtliche Hausfrau. Lydia, die treffliche Haus frau die bisher immer geſchwiegen hatte, nahm jetzt beſcheiden

das Wort.Es iſt wahr, ſprach ſie, es hat mich oft in Erſtaunen geſetzt, wie Chriſtus ſeine