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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
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ſo ward es mir mein Hirtenleben, als ich noch auf jenen einſamen Bergfluren die Schafe huͤtete. Dort war nichts zu ſehen, als ein Hirt, eine Schafheerde und etwa ein Wolf. Es kamen da keine andere Begebenheiten vor, als daß ſich etwa ein Schaf verirrte, oder in eine Grube fiel, oder daß wir, wenn die Zeit dazu gekommen war, die Schafboͤcke zum Schlachten ausſonderten. Allein eben davon nahm Chriſtus ſo ſchoͤne Gleich⸗ niſſe her, daß mein unbedentender Beruf dadurch fuͤr mich eine hoͤhere Bedeutung erhielt.“ „Was nur immer von der aufopfernden Liebe und zaͤrttlichen Sorgfalt Jeſu fuͤr uns Menſchen, und von unſrer folgſamen Liebe und unſerm Ver⸗ trauen zu Ihm Lehrreiches geſagt werden kann, wird uns in dem treffenden Gleichniſſe von dem guten Hirten, ſeinen Schafen— und dem Wolfe vor Augen geſtellt. Mein taͤglicher Beruf lehrte mich taͤglich: Ein guter Hirt kennt alle ſeine Schafe, rufet ihnen mit Namen, gehet vor ih⸗ nen her, leitet ſie mit ſanftem Hirtenſtabe auf gruͤne Weide und an klare Baͤche; ſo leitet uns jener himmliſche gute Hirt, und ſorgt fuͤr uns, damit uns nichts Noͤthiges abgehe. Taͤglich ſah und lernte ich: Wie die Schafe ihren Hirten kennen, ſeiner Stimme gehorchen, und ihm fol⸗ gen, allein die Stimme eines Fremden nicht ken⸗ nen, und ihm nicht folgen, ſondern vor ihm flie⸗ hen— ſo ſollen auch wir den guten Hirten unſrer Seele erkennen, Ihn hoͤren, Ihm folgen; fremden verfuͤhreriſchen Stimmen aber kein Gehoͤr geben.“