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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
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ten, ihre Freundin Standes gemaͤß zu kleiden. Es war eben eine vollſtaͤndige Kleidung fertig ge⸗ worden, die eine Fuͤrſtin beſtellt hatte. Theopiſta haͤtte wohl nicht daran gedacht, als ſie, vom Kaufherrn oft ziemlich rauh zur Eile getrieben, mit unermuͤdetem Fleiße an dem Purpurmantel ſtickte, und manche Thraͤne auf den goldenen Fa⸗ den fiel, daß ſie dieſe Kleidung fuͤr ſich verfer⸗ tige. Lydia ſchenkte ſie ihr, ja noͤthigte ſie ihr, als der Gemahlin eines Roͤmiſchen Feldherrn ganz geziemend, gleichſam auf. Die Kleidung paßte ihr genau. Der Kaufmann aber, den ſein Ge⸗ wiſſen ſehr beunruhigte, daß er die Gemahlin des mäͤchtigen Feldherrn ſo ſtrenge zur Arbeit ange⸗ halten, hatte ihr nicht nur die Freyheit geſchenkt, ſondern noch obendrein den Perlenſchmuck. Nachdem Euſtachius und ſeine zwey Soͤhne Theopiſten begruͤßt, und der guͤtigen Lydia den innigſten Dank bezeigt hatten, wandelten alle zu⸗ ſammen in dem Garten umher, redeten von den wunderbaren Fuͤgungen Gottes und prieſen mit anbethenden Herzen Gottes heilige Vorſehung. Lydia lud hierauf den Feldherrn und die zwey Hauptmaͤnner ein, mit Theopiſten und ihr, in dem Garten ein kleines Fruͤhſtuͤck zu nehmen. Sie ſetzten ſich an einen Marmortiſch, auf dem ver⸗ ſchiedene Speiſen, Koͤrbchen voll friſchgepfluͤckter Fruͤchte, und ſchoͤn geformte Gefaͤße mit Wein und Milch zierlich geordnet waren. Ein Reben⸗ gelaͤnder voll großer purpurner Trauben beſchattete den Tiſch; duftende Blumenbeete mit Lilien und