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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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wieder in ein anderes, noch wichtigeres verwickelt. So ſchwer iſt es, nach dem Ausſpruche des Er⸗ loͤſers, fuͤr einen geldgierigen Reichen in das Him⸗ melreich einzugehen. Obwohl mir uͤbrigens die Kargheit des Mannes manche truͤbe Stunde mach⸗ te, ſo habe ich der Freundſchaft der edlen Lydia doch unzaͤhlige frohe Stunden zu danken. Nur dem Anſcheine nach war ich in ihrem Hauſe eine arme Sklavin, die das Loos der Dienſtbarkeit beſchwert; in der That aber lebte ich zufrieden im Herrn, und nicht ohne Segen fuͤr meine Mit⸗ menſchen!“

Als Theopiſta ihre Erzaͤhlung geendet hatte, erzaͤhlte nun auch Euſtachius die merkwuͤrdigſten Begebenheiten ſeines Lebens und ſprach hierauf: „Unſere Geſchichte, liebſte Gemahlin, und die Geſchichte unſrer Soͤhne iſt ganz ein Werk der goͤttlichen Vorſehung, ein Wunder ſeiner Erbar⸗ mungen!“

„Wie klar erkenne ich jetzt die Fuͤhrungen Got⸗ tes in unſerm Leben, die mir vorhin ſo dunkel waren! Dort in der Wildniß troͤſtete ich mich zum Beyſpiele mit den Worten, daß derjenige, der auf Gott vertraut, den offenen Rachen des

Loͤwen nicht zu fuͤrchten habe— und dennoch wur⸗ den meine beyden Soͤhne ſogleich darauf von ei⸗ nem Loͤwen und einem andern wilden Thiere ge⸗ raubt! Das war mir unbegreiflich. Allein hat Gott nicht mich ſelbſt vor dem Loͤwenrachen ge⸗ ſchuͤtzt, und hat Er, was noch mehr iſt, nicht meine Kinder aus dem Rachen der wilden Thiere