beſuchen, und daß ich ſie begleiten durfte, was uns beyden große Freude machte.“
„Von dieſer Zeit an, da die Verfolgung der Chriſten eingeſtellt wurde, ging in unſrer ganzen Stadt eine bedeutende Veraͤnderung vor. Eine große Anzahl Maͤnner und Frauen, worunter meh⸗ rere ſehr anſehnliche waren, bekannten ſich nun oͤffentlich zum Chriſtenthume; eine noch groͤßere Zahl fing an, durch dieſes Beyſpiel erweckt, die Lehrer der Chriſten zu hoͤren, und wurden auch glaͤubig. Ihre Bekehrung blieb auch nicht ohne Fruͤchte, und brachte großen Segen uͤber dieſe Stadt. Unter Anderm wurden nun die armen, geplagten Sklaven, ſie mochten Chriſten ſeyn oder nicht, menſchlicher behandelt. Ja mehrere Kauf⸗ leute und vermoͤgliche Gutsbeſitzer ſchenkten ihren chriſtlichen Sklaben die Freyheit. Allein dazu war unſer Kaufherr, ſo ſehr ihn auch Lydia bat, we⸗ nigſtens mich frey zu laſſen, noch nicht zu be⸗ wegen. Er verſprach es zwar oͤfter, verſchob es aber immer von einer Zeit auf die andere. Durch all ihr Bitten konnte ſie ihn nicht einmal da⸗ hin bringen, daß ich die Sklavenkleidung able⸗ gen und mich ihr aͤhnlich kleiden duͤrfe. Er ſcheint zu fuͤrchten, wenn ich nicht durch mein Kleid als Sklavin bezeichnet waͤre, koͤnnte ich leicht ent⸗ fliehen, und ihm koͤnnte ſo der Gewinn von mei⸗ nen Arbeiten entgehen. Auch hat er ſich noch nicht taufen laſſen. Immer hat er zuvor noch ein wich⸗ tiges Handelsgeſchaͤft zu beendigen, und ehe er dieſes zu Ende gebracht hat, ſieht er ſich ſchon


