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zu der jeder Menſch durch Glauben an Chriſtus, durch Sinnesaͤnderung und wahre Buße gelan⸗ gen kann, doch auch verſchaffen! Ich bitte dich, thu es doch!“
„Und dann noch eine Bitte! ſprach ſie, indem ſie auf ihre drey Kinder blickte, die weinend und ſchluchzend an ihrem Bette ſtanden. Dieſe unſre Kinder habe ich bisher, waͤhrend du in deinem Arbeitszimmer oder in deinen Waarengewoͤlben beſchaͤftigt wareſt, im Glauben der Chriſten er⸗ zogen. Ich weiß es, dieſer Glaube iſt das koſt⸗ barſte Kleinod, das ich ihnen hinterlaſſen kann. Ach, ſuche es ihnen nicht zu nehmen! Theo⸗ piſta, meine Freundin, iſt eine Chriſtin, wie ich. Sie war immer die zweyte Mutter meiner Kin⸗ der und wird es auch ferner ſeyn. Laß ihnen, da ich jetzt dahin ſcheide, dieſe ihre treue Er⸗ zieherin. O verſprich mir dieſes, und ich ſterbe freudig.“ Die Heiterkeit der todtkranken Mutter, ihre Ruhe, ihre liebevolle Beſorgniß fuͤr ihre Kinder machten großen Eindruckauf den Mann. Er verſprach ihre letzte Bitte zu er uͤllen, und ſchied weinend von ihr. Indeß wurde Lydia wieder geſund. Der Eindruck aber, den ihr Anblick und ihre Reden auf den Mann gemacht hatten, erloſch nie mehr ganz in ſeinem Herzen. Er ſchien nun dem Chriſtenthume geneigter; er hoͤrte oͤfterzu, wenn Lydia und ich davon redeten. Und als nun durch die Gnade des Kaiſers die Verfolgungen der Chriſten in unſrer Stadt aufhoͤrten, geſtattete er ſogar, daß Lydia den chriſtlichen Gottesdienſt


