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„Ich mußte aber nunmehr, von Morgens fruͤhe bis ſpaͤt in die Nacht, unaufhoͤrlich ar⸗ beiten, und fing an von dem blendenden Glanze des Purpurs und Goldes an den Augen zu leiden. Lydia bat ihren Mann lange vergebens, mir des Tags einige Freyſtunden zu ſchenken. In⸗ deß nahm ſie mich einmal mit in den Garten. Einige fremde Gewaͤchſe hatten ein ſehr duͤrfti⸗ ges Ausſehen. Ich ſagte ihr, wie man ſie be⸗ handeln muͤſſe, und wie man uͤberhaupt den gan⸗ zen Garten, der zu uͤberladen war, ſehr verſchoͤ⸗ nern und dabey noch Vieles erſparen koͤnnre. Ly⸗ dia erzaͤhlte dieß ſogleich ihrem Manne und wußte es dahin zu bringen, daß er mir die Aufſicht uͤber den Garten uͤbertrug.„Die Stunden, ſagte er, die ſie darauf verwendet, ſind dann doch nicht ganz verloren, und kommen ins wieder zu gut.“ Ich nahm mich des Gartens an, verpflegte die fremden Gewaͤchſe, und ſie erholten ſich bald und gediehen herrlich. Auch die vorgeſchlagene Ver⸗ anderung im Garten wurde vorgenommen und fand bey allen Fremden und Handelsfreunden, die den Garten beſuchten, den vollkommenſten Bey⸗ fall.„Was gut ins Auge faͤllt, ſagte der Kauf⸗ mann, und nicht viel koſtet, iſt immer das Beſte. Die Sklavin Theopiſta mag den Garten ferner beſorgen.“ Das Paar Stunden, die ich nun mit Lydia taͤglich im Garten zubringen durfte, waren meine einzige Erholung.“
„Der ſchlaue Kaufherr hatte bald entdeckt, daß ich eine Chriſtin ſey. Er ließ ſich aber nichts


