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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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war ſie ſehr einfach gekleidet, und voll Demuth und Beſcheidenheit. Sie ſchien uͤber meinen An⸗ blick verwundert, betrachtete mich eine Weile mit wehmuͤthigen Blicken, und that mit ſanfter Stim⸗ me einige Fragen an mich. Ich gewann im erſten Augenblicke Zutrauen zu ihr, beantwortete alle ihre Fragen ohne Bedenken, und verhehlte ihr nicht das Geringſte von der Wahrheit. Allein, ehe ich ausgeredet hatte, ſtand ſie ſchnell auf, eilte mit offenen Armen auf mich zu, fiel mir um den Hals, benetzte mein Angeſicht mit Thraͤnen, und nannte mich ihre geliebte Schweſter. Ich war anfangs daruͤber ſehr erſtaunt, aber mein Erſtaunen verwandelte ſich bald in eine große Freude. Sie war, wiewohl gegen den Willen ihres Mannes, eine Chriſtin, und hatte, da ſie aus meinen Reden vernommen, daß ich auch ei⸗ ne ſey, mich deßhalb Schweſter genannt.„O ſchon lange, ſprach ſie, habe ich zum Herrn ge⸗ fleht, mir eine chriſtliche Freundin zuzuſenden, deren ich in meiner Lage ſehr noͤthig habe. End⸗ lich hat er— Ihm ſey Lob, Preis und Ehre— mein Flehen erhoͤrt!“

„Sie hieß mich nun neben ſich auf das So⸗ pha ſitzen, und bat mich, ihr meine Geſchichte ausfuͤhrlich zu erzaͤhlen. Ich that es, und ſie hoͤrte mir unter Vergießung vieler Thraͤnen ſehr aufmerkſam zu. Eine unheſchreibliche Freude be⸗ zeigte ſie uͤber die wunderbare Weiſe, wie Gott dich, liebſter Gemahl, und auch mich zum Chri⸗ ſtenthume berufen hatte.„Meinen guten Aeltern