— 1àA46— ihm zu bewegen.„Ich will dich ja heirathen, ſagte er; das iſt ein Gluͤck fuͤr dich, das gar nicht groͤßer ſeyn koͤnnte. Ich kann gar nicht be⸗ greifen, wie du ſo unſinnig ſeyn kannſt, es zu verſchmaͤhen.“
„Am Morgen des dritten Tages trat er wie⸗ der vor mich, und erkundigte ſich ſehr freundlich⸗ wie ich mich befinde, und ob ich mich noch nicht eines Beßern beſonnen habe. Da er aber ſogleich aus meinen naſſen Blicken und aus allen mei⸗ nen Geſichtszuͤgen erkannte, wie verhaßt mir ſeine Zumuthungen ſeyen, ſo ſprach er trotzig:„Nun bin ich deines ewigen Weinens und Weigerns ſatt; auch habe ich gar nicht noͤthig, dir zu ſchmeicheln oder dich blos mit eitelm Drohen zu ſchrecken. Der heutige Tag ſey dir noch zur Be⸗ denkzeit geſchenkt; auch ſollſt du vor Abends mein Angeſicht nicht mehr ſehen. Sobald aber die Sonne untergehen wird, erwarte ich eine guͤnſtige Erklaͤ⸗ rung.“ Er warf mir, ſchaͤumend vor Wuth, noch einen zornigen Blick zu, verließ mich unter den furchtbarſten Drohungen, begab ſich in das be⸗ ſondere Wohnzimmer, das er auf dem Schiffe hatte, und ſchlug die Thuͤre maͤchtig hinter ſich zu.“
„Es war mir immerhin ein kleiner Troſt, we⸗ nigſtens dieſen Tag hindurch vor ihm Ruhe zu haben. Ich ſetzte mich in einen Winkel des Schif⸗ fes, huͤllte mich in meinen Schleyer, und flehte mit heißen Thraͤnen zu Gott, Er wolle die dro⸗ hende Gefahr von mir abwenden. So ging der Tag voruͤber. Die Sonne ging unter— ihre
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