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lichen Thale herauskam in die weite Welt. O welch einen Unterſchied fand ich da! Dort in je⸗ nen friedlichen Huͤtten ſind die Laſter, die in der Welt taͤglich vorkommen, etwas ganz Unerhoͤrtes. Die redlichen Seelen wiſſen gar nichts von Liſt und Betrug. Man hat nicht noͤthig, die Haus⸗ thuͤren mit Schloß und Riegeln zu verwahren; jedermann iſt ſicher vor Diebſtahl. Nie ſah ich dort einen Betrunkenen; nie hoͤrte ich ein Fluch⸗ wort, eine Laͤſterung, oder nur die geringſte un⸗ anſtaͤndige Rede. Die Juͤnglinge ſind beſcheiden und ehrerbietig gegen das Alter, und von rei⸗ nen, untadelichen Sitten; die Jungfrauen lieb⸗ liche Bilder der Unſchuld, der Sanftmuth und Demuth. Man weiß dort gar nicht, wie boͤs und laſterhaft die uͤbrige Welt ſey. Ich wußte es auch nicht; und da ich nun unter andere Menſchen kam, erſchien mir das Laſter als etwas, das der menſchlichen Natur ganz und gar ente⸗ gegen iſt, und ſie entſtellt. Ich konnte das La⸗ ſter fuͤr nichts anders anſehen, als fuͤr eine ab⸗ ſcheuliche Krankheit der Seele, die, nachdem ſie auch den Leib ſiech und krank und fruͤher dem Tode reif gemacht, der Seele endlich den ewigen Tod bringt.““ „Beſonders bemerkte ich auf meinem weiten Zuge hieher oft mit Schmerzen, wie fehlerhaft die Erziehung der Kinder beſtellt ſey. Ich kam in manches reiche Haus und ſah da, wie Aeltern und Geſinde gleichſam wetteiferten, die Kinder zu verderben. Man ſchmeichelte den erwachenden Leidenſchaften der armen Kleinen; jedermann im


