— 135— ſchreckbarer Gedanke. Indeß war die Sache nicht abzuwenden. Der Roͤmiſche Krieger, der die Aus⸗ hebung in dieſem Dorfe beſorgte, ſtand da, ruͤt⸗ telte die Looſe in ſeinem Helme, und befahl zu ziehen. Vaͤter, Muͤtter, Schweſtern und Braͤute
ſtanden blaß und zitternd umher. Da regte ſich
auf einmal ein wunderbarer Muth, den mir Gott gab, in meinem Herzen. Ich brannte vor Be⸗ gierde fuͤr mein Vaterland zu fechten; ich dachte daran, daß mein Vater auch ein Kriegsmann, und doch ein guter Mann und Chriſt, gleich dem Hauptmanne von Kapharnaum, und dem Haupt⸗ manne Kornelius war; ich freute mich hoch, daß ich den guten Leuten, die mich einſt dem wilden Thiere entriſſen und mir ſo viel Gutes erwieſen, nun auch einen kleinen Dienſt erweiſen konnte. Ich trat vor den Krieger und ſprach:„Das Loos ſoll nicht entſcheiden; ich gehe freywillig mit dir.“ Der Krieger ſah mich an, klopfte mir auf die Schulter, und ſprach erfreut:„Das iſt brav! Dein Muth, deine Groͤße und deine ganze Ge⸗ ſtalt gefallen mir. Mache dich alſo ſogleich reiſefertig, und komm mit mir.“ Unter dem Se⸗ gen des frommen Prieſters und den Thraͤnen und Segenswuͤnſchen der ganzen Gemeinde zog ich mit dem Krieger fort.“
„Was dieſe einfaͤltigen Landleute, unter de⸗ nen ich bisher gelebt hatte, fuͤr vortreffliche Men⸗ ſchen ſind, und wie ſelig die Menſchen ſeyn koͤnn⸗ ten, wenn ſie Alle wahre Chriſten ſeyn wollten, das ſah ich erſt recht ein, als ich aus jenem gluͤck⸗
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