Druckschrift 
Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 4à48—

einen nach dem andern.“ Er fuͤhrte ſie an den Fluß und ſprach: Du, Agapius, ſetze dich indeſ⸗ ſen hier am Ufer in dem Schatten dieſer Weiden in das Gras. Du Theopiſt, komm!“ Er nahm

ihn auf den Arm; in der Hand des andern

Arms fuͤhrte er den abgeriſſenen Baumaſt, theils um ſich darauf zu ſtuͤtzen, theils um die Tiefe des Fluſſes damit zu unterſuchen. Nit großer Anſtrengung wadete er durch das Waſſer, das ihm in der Mitte des Stromes bis an die Bruſt reichte, und ihn faſt bey jedem Tritte mit ſich fort zu reißen drohte. Dennoch gelang es ihm, den Knaben gluͤcklich hinuͤber zu bringen. Er dankte Gott, trocknete ſich den Schweiß von der Stirne, ruhte einige Zeit aus, und ſagte dann:„Theopiſt, ſetze dich hier nieder; ich will nun deinen Bruder holen.“ Er ſtieg wieder in das Waſſer; allein als er ſich mitten im Strome befand, hoͤrte er den Agapius, den er abholen wollte, mit Einem Mal ſchrecklich ſchreyen:„O Vater, hilf, hilf, ein wildes Thier! Ach es will mich zerreißen!“ Euſtachius ſchaute auf— und erblickte einen furchtbaren Loͤwen, der dem jam⸗ mernden Kinde ſchon ganz nahe war. Der Va⸗ ter drohte dem Thiere mit maͤchtiger Stimme, und ſchwang den gewaltigen Baumaſt in der Rechten. Allein wie im Fluge ergriff der Loͤwe den ſchreyenden und zappelnden Knaben und ſprang⸗ ſo ſchnell er konnte, mit ihm dem Walde zu. Welch ein Schreckensanblick war dieß fuͤr den liebenden Vater! Er ſtrengte alle Kräͤften an, un⸗