Druckschrift 
Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nahen Felſen ſchienen zu gluͤhen, und warfen die Sonnenſtrahlen mit einer Gewalt zuruͤck, daß die Augen davon geblendet wurden. Die armen Kinder verſchmachteten beynahe vor Durſt.„Va⸗ ter, ſagte Agapius, fuͤhr' uns doch an das Meer hin, und laß uns trinken! Dort iſt ja Waſſer genug!“„Liebe Kinder, ſprach der Vater, dieſes Waſſer kann man nicht trinken; es wuͤrde euern Durſt nur vermehren und euch krank ma⸗ chen!“ Ach, rief Theopiſt, das iſt doch hart, ſo viel Waſſer vor Augen ſehen und dabey verdur⸗ ſten muͤſſen!“ Die armen Knaben vermochten das Gehen nicht mehr. Der Vater trug bald den ei⸗ nen, bald den andern, bald alle beyde auf den Armen. Er ſelbſt konnte ſich kaum mehr auf⸗ recht erhalten.

Endlich, nachdem Mittag voruͤber, und die Hitze ganz unertraͤglich war, erreichten ſie einige ſchattige Baͤume, und vernahmen das Rauſchen eines nahen Fluſſes. Beyde Knaben ſanken ſogleich unter dem naͤchſten Baum in das Gras nieder; der Vater ſetzte ſich zu ihnen und ſagte:„Wie iſt es hier ſo kuͤhl und lieblich! Wie thut dieſes ſanfte Gruͤn den Augen ſo wohl! Welche große Wohlthat Gottes, die Mancher ſo gering achtet, iſt der Schatten! Vielleicht habt ihr Gott in eu⸗ rem Leben noch nicht dafuͤr gedankt! O dankt Ihm doch, meine lieben Ktnder!“ Nachdem die Kin⸗ der ſich ein wenig erholt und abgekuͤhlt hatten, klagten ſie auf's neue uͤber Durſt und Hunger. Auch dem Vater klebte die Zunge vor Durſt bey⸗