daß ein Mann von ſolchem Anſehen eine Reli⸗ gion ergriffen hat, gegen deren Anhaͤnger das Ge⸗ ſetz die Todesſtrafe ausſpricht. Ihm in ſeiner gegenwaͤrtigen duͤrftigen Lage, die er groͤßtentheils ſich ſelbſt zuſchreiben muß, Huͤlfe und Unterſtuͤtzung zu gewaͤhren, hieße den Ungehorſam belohnen. Gegen die Geſetze kann ich ihn eben ſo wenig in Schutz nehmen. Da indeß der Mann doch ſonſt Verdienſte hat, und es mir leid waͤre, das Geſetz an ihm vollſtrecken zu ſehen, ſo wuͤrde er wohl daran thun, Italien zu raͤumen und irgendwo an den Graͤnzen des Reiches einen verborgenen Aufenthalt zu ſuchen. Wollte er aber, was ich ſehr wuͤnſche, ſeiner neuen Religion entſagen, ſo wuͤrde er an mir einen ſehr gnaͤdigen Kaiſer finden.“ Als Euſtachius dieſe Antwort geleſen hatte, ſprach er zu ſeiner Gemahlin:„Liebſte Theopiſta! In dieſem Lande koͤnnen wir nicht mehr bleiben, laß uns nach Aegypten ziehen. Dort hoffe ich eine Staͤtte zu finden, wo wir Gott in Ruhe und Frieden dienen koͤnnen. Wir wollen mit unſern geliebten Kindern heute noch abreiſen; jedoch erſt mit einbrechender Nacht, um uns nicht dem Ge⸗ ſpoͤtte und den Mißhandlungen des Heidenvolkes in der Gegend auszuſetzen.“ Theopiſta ſagte: „Es faͤllt mir zwar ſchwer, dieſe herrlichen Ge⸗ genden zu verlaſſen, wo ich das Licht der Sonne zuerſt erblickt, und die gluͤcklichen Tage meiner Kindheit und Jugend verlebt habe. Indeß bin ich dazu bereit; denn ich denke, es iſt der Wille Gottes ſo! Sein heiliger Engel begleite uns!“
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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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