ſeyn wuͤrde, ihnen alles wieder zu erſetzen. Al⸗ lein der Eine, der von dem Ausſpruche Jeſu: „Seliger iſt geben, als nehmen“ nichts wiſſen wollte; ſondern ſich vielmehr an den heidniſchen Grundſatz hielt:„Seliger iſt nehmen, als geben“ entſchuldigte ſich, daß er zu ſeinem Leidweſen ſelbſt nichts entbehren koͤnne, und betheuerte ſein falſches Vorgeben mit hohen Schwuͤren. Ein Anderer, der ihn ſchon laͤngſt wegen ſeines gro⸗ ßen Heldenruhmes gehaßt und beneidet, aus Welt⸗ klugheit aber Haß und Neid verhehlt, und ihm bey allen Gelegenheiten uͤbermaͤßig geſchmeichelt hatte, begegnete ihm nun mit offenbarer Verach⸗ tung, und wies ihm unter lautem Spott und Hohn die Thuͤre. Der Dritte, redlicher und wohlmeynender, als die vorigen, gab ihm den Rath, dieſes Land ganz zu verlaſſen.„Denn, ſagte er, ich weiß es gewiß, deine Feinde ſu⸗ chen es dahin zu bringen, daß du wegen deines Glaubens vor Gericht gefordert und hingerichtet werdeſt; ja auch deiner Gemahlin wollen ſie ein ſolches ſchreckliches Schickſal bereiten.“ Euſtachius dachte nun, den Kaiſer um Schutz und Huͤlfe anzuflehen. Er hatte in Rom einen treuen Freund und Kriegsgenoſſen, der bey dem Kaiſer Vieles galt. An dieſen ſchrieb er und bat ihn, ſich bey dem Kaiſer fuͤr ihn zu verwenden. Allein, der Kaiſer, der ein Heide war, ſprach: „Ich habe den Feldherrn Plazidus immer ſehr geſchaͤtzt; allein der Chriſt— Euſtachius, wie er ſich jetzt nennt, iſt mir fremd. Ich bedaure ſehr,
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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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