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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
Entstehung
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Kranke, aber keine Krankenwaͤrter befanden. Al⸗ lein Euſtachius und ſeine Gemahlin nahmen ſich der Kranken voll des zaͤrtlichſten Mitleides an. Er verpflegte die Maͤnner und Juͤnglinge; ſie die Weiber und Jungfrauen. Von Morgens bis Abends, ja ganze Naͤchte hindurch wandelten ſie zwiſchen Kranken, Sterbenden und Leichen. Mit vielen Koſten, weil es nicht leicht war, Todten⸗ graͤber aufzutreiben, ließen ſie die Todten begra⸗ ben. Allein weder Euſtachius, noch ſeine Gemah⸗ lin, noch ſeine zwey kleinen Soͤhne wurden von der Seuche ergriffen. Sie blieben vollkommen geſund und wiederholten ſich oͤfter die Worte der heiligen Schrift:„Wer unter dem Schutze des Hoͤchſten wohnt und unter dem Schatten ſeiner Allmacht ruht, der darf nicht zittern vor dem Pfeile(der Peſt), der am Mittag fliegt, noch vor der Seuche, die im Dunkel der Mitternacht ſchleicht. Es moͤgen Tauſende zu ſeiner Rechten und zehn Tauſende zu ſeiner Linken fallen— an ihn gelangets nicht.“

Die anſteckende Seuche war endlich voruͤber. Sehr viele Menſchen waren geſtorben. Die Gene⸗ ſenden wankten kraftlos wie Schatten, und bleich wie die Todten umher. Euſtachius und Theopiſta dankten indeß Gott, daß er ſie und ihre Kinder wunderbar geſund erhalten, und den Akazius, den Antiochus und ſo manche andere treue Diener und Dienerinnen vom Tode errettet habe.

Sie hofften nun auf beſſere Zeiten, allein ihre Leiden waren noch nicht zu Ende. Das rohe Hei⸗

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