Euſtachius ſprach:„Ich habe alle meine Ange⸗ hoͤrigen bisher immer als meine Kinder betrach⸗ tet. Wie koͤnnte ich ſie jetzt in der groͤßten Noth verlaſſen? Laß uns bleiben, liebſte Gemahlin; eine ſolche Gelegenheit Gutes zu thun, duͤrfen wir nicht ungenüuͤtzt vorbey gehen laſſen. Nun iſt die Stunde gekommen, da wir zeigen koͤnnen, ob wir wahre Juͤnger Jeſu ſeyen. Er ſagte es ja ſelbſt: „Liebet einander, wie ich euch geliebt habe; da⸗ ran wird Jedermann erkennen, daß ihr meine Juͤn⸗ ger ſeyd, wenn ihr einander liebt.“ Und was wäre dieß fuͤr eine Liebe, wenn wir unſern An⸗ gehoͤrigen in ihrem Elende nicht beyſtehen wollten?
Laß uns denn thun, liebſte Theopiſta, was die
Liebe von uns fodert, und alles Uebrige Gott anheim ſtellen. Er kann uns und unſre Kinder auch hier ſchuͤtzen; Er wuͤrde aber, wohin wir auch fliehen wollten, uns uͤberall finden. Wir wollen
alſo bleiben und Er mache es mit uns nach ſei⸗
nem heiligen Wohlgefallen.“ Sie blieben. Sehr viele ihrer Untergebenen entflohen— allein Aka⸗ zius, Antiochus und diejenigen, die Chriſten wa⸗ ren, dachten an keine Flucht.„Wir verlaſſen euch nicht, ſagten ſie; wir bleiben euch getreu bis in den Tod!“
Die anſteckende Krankheit griff indeſſen immer mehr um ſich; auch die zwey treuen Krieger und die uͤbrigen Angehoͤrigen wurden nach und nach krank. Das ſchoͤne Landhaus und alle umliegen⸗ den Haͤuſer waren zuletzt nichts mehr, als ein allgemeines großes Spital, in dem ſich lauter


