mußten. Allein ſeit Chriſtus, der Unſchuldigſte und Heiligſte, aus freyer Liebe, um uns Menſchen zu retten, die Schmach und die Schmerzen des Todes am Kreuze duldete, iſt uns das Kreuz ein Sinnbild des Hoͤchſten und Beſten, was wir uns denken koͤnnen, der aufopfernden Liebe; denn Gott ſelbſt iſt ja die lautere Liebe. Das Kreuz iſt uns ein heiliges Zeichen unſerer Erloͤſung; es fordert uns auf, unſern Erloͤſer, Ihn den Liebevollſten, wieder zu lieben— und Ihm an aufopfernder Liebe, an Demuth und Sanftmuth zu gleichen. Er, der ſich bis zum Tod am Kreuze erniedrigte, ward uͤber alle Himmel erhoben, und fuͤr alle Menſchen, die Ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heiles. Und deßhalb ward auch dir, dem das Kreuz in himm⸗ liſchem Glanze erſchien, eben dadurch ſehr ſchoͤn und ſinnvoll angedeutet:„Im Kreuze ſey Heil!⸗ Der Biſchof kam, eingedenk der Worte des Herrn:„Erſt lehret, dann taufet ſie!“ von nun an jeden Abend in das Haus des Euſtachius. Alle im Hauſe freuten ſich auf dieſe Stunde, und verſammelten ſich in dem Saale um ihn. Er fing den Unterricht jedesmal mit einem lau⸗ ten innigen Gebethe an, das alle ſeine Zuhoͤrer in die Gegenwart Gottes verſetzte. Er lehrte ſie dann mit ruhiger Weisheit, voll Milde und An⸗ muth. Er beſchloß den Unterricht mit Gebeth — und ermahnte alle, taͤglich, ja ſtuͤndlich zu bethen, und mit dem Gebeth auch Faſten und Almoſen geben zu vereinen. Sie thaten es; ſie warteten mit Sehnſucht auf den Tag, an dem
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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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