hat die Macht, uns unſere Suͤnden zu vergeben, die Bande, die uns an ſie feſſeln, zu zerbrechen, und die Folgen der Suͤnden, die uns elend ma⸗ chen, zu tilgen. Er iſt das Leben; Er allein kann uns zu allem Guten beleben; Er allein uns auf Erden ſchon etwas von jener Seligkeit koſten laſſen, die er den Seinen im Himmel bereitet hat; Er allein kann uns Muth verleihen, nicht nur die Leiden der Zeit maͤnnlich zu dulden, ſon⸗ dern ſelbſt den Tod nicht zu ſcheuen, der dem Chriſten nichts iſt als der Eingang in das ewige Leben. Gerade was uns fehlt, giebt Er uns. Die Religion der Chriſten iſt den Beduͤrfniſſen der menſchlichen Natur und den edleren Wuͤnſchen unſers Herzens genau angemeſſen. Das wird dir jmmer deutlicher werden, ſo wie du die goͤttliche Lehre Jeſu Chriſti naͤher kennen lernen und befol⸗ gen wirſt. Denn ein jeder, der ſeine Lehre kennt und befolgt, wird inne, daß ſie von Gott ſey.“
„Ich weiß wohl, ſprach der Biſchof weiter, wie barmherzig du gegen die Armen warſt, und wie du dich beſonders der verfolgten Chriſten an⸗ genommen und viele dem angedrohten Tode ent⸗ riſſen haſt. So haſt du Chriſtus dem Herrn ge⸗ dient, ohne Ihn zu kennen; jetzt ſollſt du erfah⸗ ren, wem du gedient haſt.“
„Freylich mußte dir, als einem gebornen Roͤ⸗ mer, das Kreuz bisher ein Zeichen des Fluches ſeyn; du ſahſt in ihm nichts, als das furchtbare Werkzeug, woran Uebelthaͤter und Verbrecher die ſchmachvollſte und ſchmerzlichſte Todesſtrafe leiden


