ſtachius ſah ſich wie vorhin von dem Dunkel des Waldes umgeben. Aber im Innerſten ſeiner Seele war es Licht geworden. Es war ihm eine unbe⸗ ſchreibliche Seligkeit, zu denken, daß Gott ſich der Menſchen ſo liebreich annehme, und auch ihn nicht vergeſſen habe. Es waͤre ihm unmoͤglich ge⸗ weſen, dieſen Abend noch zu ſeinen Jagdgefaͤhr⸗ ten zuruͤck zu kehren. Sein ganzes Herz war Er⸗ ſtaunen, Freude, Jubel, Dank und Anbethung. Er brannte vor Begierde, den Biſchof der Chri⸗ ſten aufzuſuchen und zu ſprechen. Da es aber fuͤr heute zu ſpaͤt war, ſo blieb er an der abge⸗ legenen Stelle des Waldes, die ihm nun eine geheiligte Stelle war und ihm der Vorhof des Himmels duͤnkte— wie einſt dem Jakob jener Ort, wo derſelbe eine aͤhnliche Erſcheinung ge⸗ habt und jene Leiter erblickt hatte, auf der die Engel auf und abſtiegen.
Zweites Kapitel. Die T aufe.
Sobald die erſten Strahlen der Morgenroͤthe hinter den duͤſtern Lorbeergebuͤſchen des nahen Fel⸗ ſen emporglänzten, beſtieg Euſtachius ſein Pferd und machte ſich auf den Weg nach Hauſe. In⸗ dem er ſo fortritt, hoͤrte er die Jagdhoͤrner und den Ruf ſeiner Jagdgenoſſen. Sie hatten ihn die Nacht hindurch nicht vermißt; denn eine jede Schaar glaubte, er befinde ſich bey einer andern. Als ſie aber am Morgen alle zuſammen kamen


