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ſelbſt in den groͤßten Peinen. Sie ſcheuen den Tod nicht, ſie freuen ſich vielmehr desſelben; ſie umar⸗ men ihn gleichſam als einen Freund, als einen Bo⸗ then Gottes, der ſie hinuͤber bringt in ein beſſeres Land.— Allein wie vieles von dem, was ich von ihrer Lehre hoͤrte, ſcheint mir hoͤchſt thoͤricht! Sie glauben, ein Sohn des allerhoͤchſten Gottes ſey vom Himmel gekommen, ihnen zu helfen— aber ſelbſt huͤlflos am Kreuze geſtorben. Dieſes Einzige allein waͤre ſchon zuruͤckſchreckend genug. Denn das Kreuz, an dem bey uns die groͤßten Uebelthaͤter die Todesſtrafe ausſtehen muͤſſen, iſt einem rechtlichen Roͤmer ein Gegenſtand des Ah⸗ ſcheues, ehrlos und entehrend, von allem Ver⸗ aͤchtlichen das Veraͤchtlichſte und ein Zeichen des Fluches!“ 13e
Er ſann weiter nach und verſank in Gedan⸗ ken, aus denen er keinen Ausweg ſah.„O Gott, rief er endlich, indem er die Haͤnde faltete und durch die Baumzweige zum Himmel aufblickte, Du mir unbekanntes Weſen, von dem alles Ge⸗ fuͤhl kommt, der Du das Menſchenherz ſchufſt⸗ ihm Erbarmung einhauchteſt und alſo gewiß nicht ohne Barmherzigkeit auf die Menſchen, deine Geſchoͤpfe, herabblickeſt, ſieh meine Unwiſſenheit⸗ meine Suͤndhaftigkeit und meinen Jammer, und erbarme Dich meiner! Der Hirſch ſehnt ſich ja nicht vergebens nach einer Waſſerquelle! Fuͤr je⸗ des Beduͤrfniß deiner Geſchoͤpfe haſt Du weiſe und liebreich geſorgt. Sollte denn der Menſch mit ſeinem Durſte nach Wahrheit, Tugend und


