les ein Ende? Wie verbittert ihm die Furcht des Todes den gegenwaͤrtigen Genuß? Wie viel gluͤcklicher iſt der Vogel, der auf dem Baume dort froͤhlich ſingt und von ſeinem bevorſtehenden Tode nichts weiß? Und wie iſts nach dem To⸗ de mit uns beſtellt? Was bleibt nach dem To⸗ de von dem Menſchen noch uͤhrig?— Was wir mit Augen ſehen, iſt nichts weiter, als eine Hand⸗ voll Staub und Aſche— die Leiche mag nun nach der Sitte der Roͤmer verbrannt oder nach dem Gebrauche anderer Voͤlker in das Grab ver⸗ ſcharrt werden. Allein wer ſagt uns ſicher, was es mit dem abgeſchiedenen Geiſte, den wir Roͤ⸗ mer blos einen Schatten nennen, fuͤr eine wei⸗ tere Beſchaffenheit habe?— Ach wir koͤnnen an jenes unbekannte Land, wo wir alle hin muͤſſen und von wo keiner zuruͤckkoͤmmt, nicht anders als mit Schaudern denken!“⸗
„Zwar die Chriſten glauben, ihnen habe ſich der unſichtbare Schoͤpfer der ſichtbaren Welt naͤ⸗ her geoffenbart. Sie ruͤhmen ſich einer helleren Erkenntniß goͤttlicher Dinge. Sie glauben, die Kraͤfte gefunden zu haben, die dem Menſchen fehlen, um das zu werden, was er ſeyn ſollte. Sie halten ſich, ſo verachtet und verfolgt ſie ſind, fuͤr die gluͤcklichſten Menſchen unter der Sonne. Wirklich ſcheinen ſie auch Menſchen beſſerer Art. Sie lieben einander, ſie ſind ohne Falſch und Verſtellung, und von Herzen demuͤthig; ſie ſind un⸗ eigennuͤtzig, guͤtig, barmherzig, ſanftmuͤthig, ohne alle Rachgier; ſie ſind ſtandhaft, getroſt und heiter,


