ganz andere Angelegenheiten; in ſeinem Innerſten ging eine große Veraͤnderung vor. Euſtachius fing an, jetzt da der Friede ihm mehr Zeit dazu ließ, uͤber die Bedeutung des menſchlichen Lebens⸗ uͤber die Beſtimmung, das Ziel und Ende des Menſchen ernſtlicher nachzudenken. Die Finſter⸗ niß und tiefe Stille der Waͤlder, wo ihn niemand, ſelbſt nicht die zaͤrtliche Gattin und die froͤhlichen Kinder in ſeinen Betrachtungen ſtoͤrten, fand er dazu am meiſten geeignet. Oft meynten ſeine Jagdgenoſſen, er habe ſich blos in Verfolgung eines Stuͤck Wildes von ihnen entfernt; er aber ſaß irgend im Schatten dichter Baͤume auf einem umgeſtuͤrzten Baumſtamme und ſann uͤber wichti⸗ gere Dinge nach. Der große Kampf zwiſchen Heidenthum und Chriſtenthum hatte damals laͤngſt begonnen und bewegte uͤberall die Welt. Die Heiden bedienten ſich all ihrer Macht, des Feuers und des Schwertes, um die Chriſten auszurotten. Die Chriſten hatten ihnen nichts entgegen zu ſetzen, als ruhige Vernunft und anſpruchsloſe Weisheit, als Glauben an Gott und ihren Erloͤſer, Hoffnung eines beſſern Lebens und Liebe gegen alle Menſchen, ſelbſt gegen ihre Verfolger. Unzaͤhlige wurden hingerich⸗ tet, ja mit den grauſamſten Peinen zu Tode ge⸗ foltert. Und dennoch vermehrte ſich die Zahl der Chriſten auf eine wunderbare Weiſe. Das Chri⸗ ſtenthum verbreitete ſich nicht nur in alle Staͤdte, ſondern auch in die Doͤrfer und einzelnen Land⸗ haͤuſer. In vielen Gegenden ſtanden die heidni⸗ ſchen Tempel beinahe verlaſſen, auf ihren Altaͤren
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Eustachius : Eine Geschichte der christlichen Vorzeit / neu erzählt für die Christen unserer Zeit von dem Verfasser der Genovefa
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