Teil eines Werkes 
1. Band (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 4—

moͤchte uns ſonſt hoͤren.“— Sie traten naͤher— ich zitterte— der Griffel entſank meiner Hand— ich wandte mich— und gewahrte, o Himmel! ſtatt Iſabella— meine Schweſter Mariane!— Ich ſprang empor, waͤhrend meine Geſchwiſter in ein lautes Gelaͤchter ausbrachen.„Spielſt Du ſo mit meinen Gefuͤhlen?“ fragte ich zornig, zu Raimundd gewandt; u habe ich Dich je ſo be⸗ handelt?”“

„Sey nicht verdrießlich,“ bat mein Bruder, „dies war nur die Probe; ich wollte zuvor ſehen, ob Du Deine Rolle inne haͤtteſt, und glaubte in der That nicht, daß Du Deine Sache ſo gut ma⸗ chen wuͤrdeſt. Jetzt gehe ich, Iſabella zu holen, gieb wohl Acht, wenn ich pfeife.“

„Du brauchſt Dir dieſe Muͤhe gar nicht zu geben,“ entgegnete ich empfindlich,„ich bedarf Deines Beiſtandes nicht.“

„ Sey nicht boͤſe, es war ja nur ein kleiner Scherz,“ nahm jetzt Mariane das Wort,„wir wollten Dich nur von Deiner Bloͤdigkeit heilen; jetzt aber wollen wir Dir in der That beiſtehen. Schicke Dich nur an, noch einmal die Rolle des Medoro zu ſpielen, und Raimundo wird unver⸗ zuͤglich Iſabella herbeiholen.“

„Rein, nein!“ entgegnete ich kalt,„Ihr moͤgt