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„Biſt Du aber auch gewiß, daß er hier vor⸗ üͤber kommt?“ fragte ein zweiter,„kann er nicht dielleicht einen anderen Weg einſchlagen? Du weißt, was wir verlieren, wenn er uns entgeht. Die Beute nicht gerechnet, iſt wahrlich der uns verſprochene Lohn von zehntauſend Dukaten keine Kleinigkeit.“
„Ja, ja, er iſt freigebig“, bemerkte ein drit⸗ ter,„ſeine Opfer ſind aber auch des Preiſes werth. Ich bin nur bekuͤmmert wegen der jungen Dirne; wir ſollen ihr Leben ſchonen, wer aber kann einer Kugel gebieten?“
„Thorheit!“ rief der vierte.„Ihr Heiliger mag ſie beſchuͤtzen, will er ſie am Leben erhalten. Unſere Pflicht iſt es, Alles umzubringen, damit Niemand etwas ausſchwatzen kann. Ich meiner⸗ ſeits habe den Galgen nicht ſo lieb, daß ich An⸗ drer ſchonen ſollte, um gehaͤngt zu werden. Beim
Judas, thut mein Carabiner ſeine Pflicht nicht,
ſoll mein Dolch die ſeinige erfuͤllen.“
Obgleich ich dieſen Mordplan nicht ohne Ent⸗ ſetzen mit anhoͤren konnte, floͤßte derſelbe mir den⸗ noch keine Furcht, ſondern vielmehr eine Kuͤhnheit ein, die ich bisher noch nie empfunden hatte. Ich beſchloß auf der Stelle die ungluͤcklichen Opfer zu retten, ſchlich leiſe zuruͤck, und eilte quer durch das Gebuͤſch auf die nach Valladolid fuͤhrende


