Teil eines Werkes 
1. Band (1827)
Entstehung
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verloren. Wahrlich! waͤre ich nicht bis uͤber die Ohren in die reizende Angelica verliebt, ich glaube, ich wuͤrde die groͤßte Leidenſchaft fuͤr dieſe ſchoͤne Iſabelita empfinden. Das liebliche Geſchoͤpf! mit den vollen Locken, die ſchwarz wie Ebenholz uͤber ihren blendend weißen Nacken herabwallten, dem ſuͤßen Laͤcheln der Korallen⸗Lippen, wahrlich, ich glaubte Aurora zu ſchauen, wie ſie den Morgen⸗ nebel durchbricht, um den Sterblichen Licht und Leben zu ſpenden.

Mich ſoll der Henker holen! wenn Du nicht auch in die verliebt biſt, rief ich, uͤber ſeinen Enthuſiasmus laut auflachend, in einem luſtigen Tone aus.

Raimundo war dreizehn Monate aͤlter als ich. Da er der aͤlteſte Sohn und folglich der Mayo- razzo*) war, ließen, wie es bei ſolchen Gelegen⸗ heiten zu gehen pflegt, unſere Aeltern bei ſeiner

Erziehung nur Nachſicht und Milde obwalten.

Dieſes ging auch ganz gut, ſo lange er ein Kind war, als er aber zu den Jahren gelangte, die man mit Unrecht die Jahre der Vernunft nennt, in welchen die Leidenſchaften in ihrer ganzen Staͤrke erwachen, fanden es unſere Aeltern ſchwierig, ihrem bisherigen Erziehungsplane zu folgen, trafen aber dennoch keine Aenderung darin. *) Der Erbe einer adlichen Familie.