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kam darauf in den Schutz des Don Ignacio de Lara. Unter dem Namen Don Eſteban de Larg, iſt er, ſeit ich erfuhr, daß er noch am Leben ſey, der Gegenſtand meiner Verfolgung und meines Haſſes geweſen. Als ein Sterbender aber, erflehe ich jetzt ſeine Vergebung, und erklaͤre zugleich auf das Feierlichſte, daß er der Sohn und rechtmaͤßige Erbe meines, von mir ſchwer beleidigten Bruders iſt. Dies iſt die einzige Genugthuung, die ich zu geben vermag, der Himmel ſey meiner armen ſuͤnd⸗ haften Seele gnaͤdig und barmherzig!“—
Facundo Torealva.
Nach Leſung dieſes wichtigen Papiers ſtanden wir ſaͤmmtlich einen Augenblick lang bewegungslos da. Endlich warf ich mich in die Arme des Don Lorenzo, und gab mich ganz dem Entzuͤcken und der Wonne hin, in dem theueren Marquis mei⸗ nen Vater gefunden zu haben.
Nach dem erſten Erguß unſerer Gefuͤhle, rich⸗ tete ich meine Blicke auf Iſabella, deren Antlitz mir verkuͤndete, daß ſie meine Empfindungen theilte. Unſere nahe Verwandtſchaft mußte indeſſen unſere Verbindung ſo lange verzoͤgern, bis wir zu derſel⸗ ben die Dispenſation des heiligen Vaters erhalten konnten.


