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Vermaͤhlung ward feſtgeſetzt, und an dieſem gluͤck⸗
lichen Tage war in unſerm Hauſe Alles Freude und Wonne, und ſchon war ich im Begriff, die geliebte Braut zum Traualtar zu fuͤhren, als ploͤtz⸗ lich ein, von dem Pater Martinez abgeſandter Eilbote mit der Kunde von dem Ableben des Don Facundo anlangte. In allen ſeinen ehrgeizigen Plaͤnen und Erwartungen getaͤuſcht, von Jedermann gehaßt und verachtet, hatte dieſer ſchaͤndliche Boͤ⸗ ſewicht ſeinem Erdendaſeyn durch Gift ein Ziel geſteckt; vor ſeinem Tode aber noch eine ſchrift⸗ liche Erklaͤrung von ſich gegeben, welche jetzt der Eilbote uͤberbrachte, und die folgendermaßen lau⸗ tete: 3 „Auf dem Punkte vor dem Throne des all⸗ maͤchtigen Gottes zu erſcheinen, habe ich mich ent⸗ ſchloſſen, Folgendes zu bekennen, in der Hoffnung, dadurch die Verzeihung derjenigen zu erhalten, wel⸗ che ich bisher mit unverſoͤhnlichem Haſſe verfolgte. Ehrgeiz, jener boͤſe Daͤmon, war ſtets der Abgott meiner Seele, ihm opferte ich die Marquiſe von Moncayo, und ihr noch ungebornes Kind, ihm gedachte ich auch Don Lorenzo's aͤlteſten Sohn zum Opfer zu bringen. Die Vorſehung aber ver⸗ eitelte meine ſchaͤndliche Abſicht, ſein Leben ward von demjenigen verſchont, dem ich den Auftrag gegeben hatte, ihn zu toͤdten, und der Knahe


