Teil eines Werkes 
2. Band (1827)
Entstehung
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tet wuͤrde, und kam in dieſer Abſicht auch hie⸗ her.

Da unterdeſſen die Poſtkutſche wieder zur Ab⸗ fahrt bereit ſtand, ſchloß ich, nachdem Raimundo ſeinen Bericht geendet hatte, ihn noch einmal mit inniger Liebe in meine Arme, und ſetzte dann mei⸗ nen Weg nach Valladolid fort, wo ich auch noch am Abend deſſelben Tages anlangte.

Ich ſandte Anton voraus, um die Meinigen von meiner Ankunft zu benachrichtigen, und fand ſie demnach ſaͤmmtlich vor der Thuͤr des Hauſes meiner harrend. Meine Augen erſchaueten jetzt Alles wieder, was mir theuer und lieb war, ich fuͤhlte mich bald von allen Seiten umſchlungen, und konnte anfangs keine Worte finden, mein Ent⸗ zuͤcken auszuſprechen. Erſt als ich mich am naͤch⸗ ſten Tage mit meiner theuern Iſabella allein be⸗ fand, vermochte ich meinen Gefuͤhlen nicht laͤnger zu gebieten; von ihnen uͤberwaͤltigt, ſank ich zu den Fuͤßen meiner Geliebten nieder, erfaßte ihre Hand und wollte ſie an meine Lippen druͤcken: da aber fuͤhlte ich ploͤtzlich leiſe meine Schulter beruͤhrt,

ich fuhr empor und meine Augen begegneten de⸗ nen des Marquis.Giebt es, fragte Don Lo⸗ renzo, mit einem Laͤcheln, welches mich alſobald beruhigte,giebt es denn keinen anderen Altar,