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Tugend ſind die gefuͤrchteteſten Feinde; vergebens alſo hoffen Sie, daß jene Sie beſchuͤtzen werden. — Ich wiederhole es Ihnen, Sie haben keinen Augenblick zu verlieren— Sie ſind verpflichtet Ihr Leben zu retten— Ihre Familie— Ihre Freunde, Ihr Vaterland haben heilige Rechte dar⸗ an!— Entfliehen Sie, entfliehen Sie auf der Stelle!“ 4
„Vater, theurer Vater!“ flehte ich, indem ich in Thraͤnen ausbrach,„o geben Sie den Vor⸗ ſtellungen des Don Lorenzo Gehoͤr! Laſſen Sie mich Sie hinausfuͤhren aus dieſem ungluͤckſel'gen Lande, das Ihr Tod nicht zu retten vermag. Schon genug der Opfer ſind gefallen! Denken Sie an Ihre geliebten Toͤchter— mit Ihnen
waͤre dieſen jedweder Schutz geraubt, denn Ihre
Soͤhne wuͤrden den Tod finden, indem ſie bemuͤht waͤren, ihren Vater zu raͤchen.“—
Der ungluͤckliche Don Ignacio verſank auf einige Augenblicke in ein ſinnendes Schweigen, dann fiel er auf ſeine Kniee, richtete ſeine Blicke
zum Himmel empor und faltete ſeine Haͤnde zum
kurzen, aber inbruͤnſtigen Gebet, nach deſſen Been⸗ digung er ſich wieder erhob, und ſich in einem
ruhigen ergebungsvollen Tone zu uns wandte.—
„Ich bin bereit,“ ſprach er,„bringt mich, wohin Ihr wollt.“—


