ſich dennoch, den Erzählungen ihres Tiſchnachba⸗ ren die größte Aufmerkſamkeit zu ſchenken, ob⸗ gleich jene in der That gedehnt und ermuͤdend waren.
Endlich, nach zwei langen Stunden, mach⸗ ten die Damen Anſtalt, die Tafel zu verlaſſen; nur kurze Zeit aber blieben ſie allein, denn kaum hatten ſie in dem anſtoßenden Gemache Platz ge⸗ nommen, als auch ſchon Osmond wieder erſchien, Lady Johanna auf's Neue mit Artigkeiten überhäu⸗ fend.„Ich Thörin,“ dachte Lady Mary mit einem unmuthsvollen Gefühl,„die ich glaubte, es beduͤrfe meiner Anmahnung, ihn fröhlich zu ſtimmen. Wie ſchwach, wie unzuverläſſig iſt doch das menſchliche Herz! Wird denn dieſer peinvolle Abend nimmer enden?“ Bei dieſem Gedanken konnte ſie ihre Thränen nur mit Mühe zurückhalten.
Endlich ſchlug die Stunde der Erloſung, ſie befand ſich wieder allein auf ihrem Zimmer.„Ja ja, ich fühle, ich bin nur ein ſchwaches Weib,“ rief ſie aus,„ich glaubte ſo vertrauensvoll an


