Sie blickte ihn einen Augenblick mit unaus⸗ ſprechlicher Zärtlichkeit an, aber ſie vermochte keine Worte über ihre Lippen zu bringen.— Der Moment war für ſie, in der That, überſchweng⸗ lich reich, aber er war vorübergehend, wie der Glanz des Regenbogens.„Er liebt mich, ja er liebt mich,“ dieſer Gedanke erſtieg in ihrer See⸗
le;„aber das furchtbare Geheimniß, welches
auf ſeinem Herzen laſtete! Ach, wenn ihr dieſes nur entſchleiert wäre!
Nur vergebens bemühete ſie ſich, ihn in dem ferneren Geſpräch zu jenem Gegenſtande zurück⸗ zuführen. Sie ſprach von ſeinen glänzenden Aus⸗ ſichten in die Zukunft— von den Hoffnungen
ſeiner Aeltern,— ja ſie wagte es, auf die
Freude hinzudeuten, die ſie uͤber ſeine künftige Wohlfarth empfinden würde.
Er hörte ihr im trüben Schweigen zu, nur dann und wann ihre liebevollen Worte mit tiefen Seufzern erwiedernd. Sie wußte nicht, ob ſie fortfahren ſollte, denn ſie fühlte, daß die ver⸗ trauliche Offenheit, mit der er ſonſt alles, was


