—
—
eines liebevollen Vaters der finſteren Strenge ſeiner Gattin nicht das Gleichgewicht gehalten. Ihre erſte Prüfung war der Tod dieſes Vaters, der ihr in einem Augenblick entriſſen ward, wo ſie deſſen Schutz am meiſten bedurfte, um ſich den Verfolgungen eines jungen zügelloſen Edelman⸗ nes zu entziehen, der ſich zu jener Zeit um ihre Hand bewarb, und leider von ihrer Mutter be⸗ günſtigt wurde, die den Reichthum und den Rang des Freiers als eine vollkommene Entſchädigung für ſeine Fehler betrachtete, und deren ganzer Ehrgeiz darin beſtand, ihre Tochter recht früh⸗ zeitig ihrem Stande gemäß verſorgt zu wiſſen. Die Feſtigkeit der Lady Mary aber, die von einem religiöſen Gefühle aufrecht gehalten wurde, welches die Gräfin Seymour nur den Namen nach kannte, half ihr eine Menge unan⸗
genehmer Auftritte ertragen, in denen ſie die
ungerechten Vorwürfe einer erzürnten Mutter zu erdulden hatte. In eben dem Moment, wo die treffliche T;ochter die Stunden der Freude und der Erholung, auf welche ihr Stand und ihre


