Teil eines Werkes 
1. Band (1828)
Entstehung
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Ach, warum muß er älter werden, rief endlich die Betrachtende,ach, warum muß die Hand der Zeit dieſe ſchönen Züge entſtellen! Hier unterbrachen Thränen ihre Worte, ſie ſank zuruͤck auf ihren Seſſel, ihren Zähren freien Lauf zu laſſen. Ihre Gedanken kehrten zu den Mo⸗ menten eines vergangenen Glücks zurück, eines beſeeligenden Gluͤcks ihr, wie ſie fürch⸗ tete, auf immer entſchwunden. Ach, es waren drei volle Monate einer ununterbrochenen Wonne, denn ſie waren in Osmonds Nähe verlebt, und damals fühlte ſie zuerſt, daß die Anhänglichkeit, die ſie als ferne Anverwandte und als Mundel ſeines Vaters, für ihn empfand, zur Leiden⸗ ſchaft ward, und einem ſonſt eben nicht günſtigen Geſchicke, den letzten, tiefen Stempel aufdrückte.

Lady Mary Seymour war eins von jenen Weſen, die nur geſchaffen ſcheinen, um zu zeigen, wie ſie zu dulden vermögen. Von einer mürri⸗ ſchen und gefühlloſen Mutter erzogen, wären ihre zarten Empfindungen ohne Zweifel ſchon in der Blüthe erſtickt worden, hätte die Zärtlichkeit