Teil eines Werkes 
1. Band (1828)
Entstehung
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Jugend ihr Anſpruch gaben, der fortwährend kraͤnkelnden Graͤfin opferte, ließ dieſe ſelten nur eine Gelegenheit voruͤber gehn, das arme Mäd⸗ chen mit der Beſchuldigung zu quälen, ſie müſſe zur Abſicht haben, das Leben ihrer Mutter zu kür⸗ zen, indem ſie durchaus nicht in die von der Letz⸗ teren gewünſchte Verbindung willigen wolle. Endlich ſtarb die Gräfin, aber Lady Mary's ohnehin zarte Geſundheit war durch anhaltende Gemüthsbewegung und durch den fortwährenden Aufenthalt im Krankenzimmer ungemein geſchwächt, ſo, daß ſie jene Lebendigkeit das glückliche Eigen⸗

thum der Jugend auf immer verloren zu haben

ſchien. Die erſte Blüthe derſelben war aber für ſie auch in der That vorüber; denn als ihre Mut⸗ ter ſtarb, war ſie bereits in das zwei und zwan⸗ zigſte Jahr getreten Ohne gerade Anſpruch auf Schonheit machen zu können, bewies ihr Antlitz jenen Reiz, der mehr als Schönheit gilt, weil er einen größeren Eindruck auf das Herz, als auf das Auge äußert. Sie genau zu kennen, ohne ſie zu lieben, wäre faſt unmöglich geweſen. Die Ver⸗