Teil eines Werkes 
1. Band (1823)
Entstehung
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204 ſten Blicken, und legte ſein Buch zur Seite, um den Ein⸗ druck zu beobachten, den deſſen Anblick auf den armen alten Mann machen wuͤrde.

Als Treſſilian nun mit Thraͤnen in den Augen dem Va⸗ ter ſeiner verlobten Braut naͤher trat, ſchien Sir Hughs Denkkraft wieder aufzuleben. Er ſeufzte tief auf, wie jemand, der aus der Starrſucht erwacht; ein leiſes Zucken uͤberflog ſeine Zuͤge; ohne ein einziges Wort zu ſprechen, breitete er ſeine Arme aus, und als Treſſilian weinend hineinſank, druͤckt er ihn feſt und innig an ſeine Bruſt.

Etwas giebt es alſo doch noch, das des Lebens werth iſt, waren die erſten Worte, die er ausſprach; wobei er ſei⸗ nen Gefuͤhlen in einem Thraͤnenſtrome freien Raum gewaͤhr⸗ te, der in großen Perlen uͤber ſeine von der Sonne ver⸗ brannten Wangen und ſeinen grauen Bart herabrollte.

Haͤtte ich doch nie gedacht, Gott dafuͤr danken zu muͤſ⸗ ſen, wenn mein alter Herr weinen wuͤrde, ſagte William Badger,aber heute thu' ichs und habe große Luſt mit zu weinen.

Ich will keine Frage an Dich thun, ſprach der alte Ritter,keine keine Edmund! Du haſt ſie nicht ge⸗ funden oder ſie ſo gefunden, daß es beſſer waͤre, wir haͤt⸗ ten ſie auf ewig verloren.

Treſſilian war unfaͤhig zu antworten; er bedeckte ſein Geſicht mit den Haͤnden.

Genug, es iſt genug! Aber Du fouſ nicht uͤber ſie weinen, Edmund! ich allein habe Urſache, Thraͤnen zu vergießen, denn ſie war meine Tochter! Du haſt Grund, Dich zu freuen, daß ſie nicht dein Weib geworden. Gro⸗ ßer Gott, du weißt am beſten, was uns frommt, es war mein ſtetes Gebet, Edmund und Emmy vereint zu ſehen,