Teil eines Werkes 
1. Band (1823)
Entstehung
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vermiſcht, ein Pferd heilen koͤnnen, das von einem Nagel

verletzt wurde, ſo wuͤßte ich doch nicht, warum dieſe Mittel nicht eben ſo gut einem Menſchen helfen ſollten, den ein

Schwerdt oder ein Dolch ritzte. Meines Meiſters Kenntniß

und Geſchicklichkeit aber, uͤbertrafen die meinige bei weitem,

und er machte ſich mit weit gefaͤhrlicheren Dingen zu thun.

Er war nicht bloß ein kuͤhner Abentheurer in der Arzneikunſt,

ſondern auch in geheimen Kuͤnſten eingeweiht, las in den

Sternen, und deutete das Schickſal der Menſchen. Er ver⸗

ſtand meiſterhaft Kraͤuter auszukochen, war ein gelehrter

Chemiſt, hatte verſchiedene Verſuche gemacht, die Bewegung

des Queckſilbers zu hemmen, und auch einige, den Stein

der Weiſen zu ſinden; welche, wie er ſagte, keinesweges un⸗

gluͤcklich ausgefallen waren. Ich beſitze hier uͤber dieſen Ge⸗ genſtand noch ein Program von ihm, von dem Ihr, mein

guter Herr, falls Ihr es verſteht, das beſte haben werdet

von allen denen, die es laſen, ja von dem ſogar, der es

ſchrieb.

Er haͤndigte bei dieſen Worten Treſſilian eine Perga⸗ ment⸗Rolle ein, auf der ſich oben und unten, ſo wie am Rande, die Zeichen der ſteben Planeten, mit Zauberfiguren und griechiſchen und hebraͤiſchen Brocken, ſeltſam durch ein⸗ ander geworfen, befanden. In der Mitte ſtanden einige la⸗ teiniſche Verſe von irgend einem cabaliſtiſchen Autor, ſo ſchoͤn und deutlich geſchrieben, daß ſelbſt die Dunkelheit des Orts Treſſilian nicht verhinderte, ſie zu leſen. Ihr Inhalt war folgender: 4

Si fixum solvas, faciasque volare solutum,

Et volucrem figas, facient te vivere tutum,

Si pariat ventum, valet aure pondere centum Ventus ubi vult spirat.— Capiat qui capete potest.