Teil eines Werkes 
1. Band (1823)
Entstehung
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Dieſe Worte wurden mit einer Miſchung von nakürli⸗ 1

chem Gefuͤhl ausgeſprochen, welche Treſſilian zu Gunſten des armen Handwerkers ſtimmten, von dem er bis jetzt keinen allzu vortheilhaften Begriff gehegt hatte. Nichts vermag ungluͤckliche leichter einzunehmen, als wirkliche oder ſchein⸗ bare Theilnahme an ihren Leiden. 1

„Warſt Du doch damals, wenn ich mich recht erinnere,“

fuhr Treſſilian nach einer kurzen gedankenvollen Pauſe fort, „ein luſtiger, heiterer Geſell, der eine Geſellſchaft eben ſo gut durch Spiel, Maͤhrchen und Geſang, als durch ſeine Ta⸗ ſchenſpielerkuͤnſte zu unterhalten verſtand.— Wie kommt es denn, daß ich Dich jetzt hier als ſleißigen Handwerker wie⸗ der finde, dein Werk in einer ſo melancholiſchen Behauſung verrichtend, und auf ſo ſeltſam wunderbare Weiſe?““

„Meine Geſchichte iſt nicht lang,“ entgegnete der Schmidt, „Ihr ſolltet Euch aber niederlaſſen, waͤhrend ich ſie Euch erzaͤhle.“

So ſprechend ruͤckte er einen dreibeinigen Stuhl fu Treſſilian neben das Feuer, nahm einen gleichen für ſich, waͤhrend Dickie ſich auf einen Schemel zu ſeinen Fuͤßen ſetzte,

und mit einem Geſicht zu ihm hinaufblickte, in deſſen von

der Kohlenglut beleuchteten Zuͤgen die außerordentlichſte Neu⸗ gierde erkennbar war.—„Auch Du,“ ſprach der Schmidt zu ihm,„ſollſt jetzt die kurze Geſchichte meines Lebens hoͤren, leben ſo gut iſt es, ſie Dir zu erzaͤhlen, als Dir es zu uͤber⸗ laſſen, ſie auszuforſchen; denn nie verſchloß noch die Natut ſchaͤrferen Witz in ein unfoͤrmlicheres Behaͤltniß, als bei Dir. — Wohlan denn, Herr! wollt Ihr nun meine kleine Ge⸗

ſchichte wiſſen, ſo iſt ſie zu eurem Befehl.— Waͤr't Ihr aber nicht geneigt, vorher einen Trunk zu Euch zu nehmen?