— 169— „Bei Hofe, biſt Du denn fuͤr den Hof beſtimmt?““
fragte Treſſilian laͤchelnd.
„Ei, ei! ſeyd Ihr doch grade wie die Uebrigen!“ lachte der Bube;„wette ich doch, Ihr denkt: was ſoll denn der garſtige Zwerg bei Hofe? Aber laßt den Richard nur machen. Scharfer Witz ſoll dem haͤßlichen Geſicht ſchon nach⸗ helfen?“
„Was aber wird deine Großmutter und Meiſter Holy⸗ day dazu ſagen?“
„Was ihnen gefäͤllt,“ entgegnete der Burſche;„ſie hat ihre Huͤhner zu zaͤhlen, er ſeine Schuljungen zu peit⸗ ſchen; längſt ſchon haͤtte ich ihnen ein Licht angeſteckt und
dem ſaubern Doͤrſchen ein Paar treffliche Hacken gewieſen,
haͤtte nicht Meiſter Holyday mir verſprochen, mich mit zu den bevorſtehenden Feſtlichkeiten zu nehmen; man ſagt, es werden bald ſolche Statt haben.“
„Und in welcher Gegend wird dies geſchehen; mein kleiner Freund?“ fragte Treſſilian.
„O! auf irgend einem Schloſſe, weit dort nach Norden zu, entgegnete ſein Fuͤhrer. Aber unſer alter Domine haͤlt dafuͤr, daß ſie dort nicht ohne ihn fertig werden koͤnnen; auch hat er vielleicht recht, denn er hat ſchon manches ſchoͤne Spiel angeordnet. Er iſt lange nicht ſo naͤrriſch, als Ihr ihn glauben moͤgt, legt er nemlich Hand an Dinge, die er verſteht; denn ob er gleich Verſe deelamiren kann, gleich dem beſten Schauſpieler, wuͤrde er doch, kaͤm's auch nur darauf an, Gaͤnſe⸗Eier zu ſtehlen, vor dem Gaͤnſerich davon laufen.“
„und Du ſollſt alſo Theil an ſeiner naͤchſten Vorſtellung nehmen?“ fragte Treſſilian mit einigem Intereſſe, welches


