— 80— und ſchoͤne Graͤin, du biſt mein!“— Schweigend ſchritt er nun wieder im Zimmer auf und ab, ſtand ſtill, ſchenkte ein, und leerte den Becher, als wolle er die Bewegung ſeiner Seele beſchwichtigen, indem er dabei vor ſich hin murmelte:„Jetzt ein verſchloſſenes Herz, und eine offene faltenloſe Stirn!“ Er verließ das Zimmer⸗
6.
Pier Gemaͤcher, welche den weſtlichen Theil des alten Vierecks van Cumnor⸗Place ausmachten, waren mit außer⸗ ordentlicher Pracht ausgeſchmuͤckt worden. Dieß war das Werk mehrerer Tage geweſen, welche dem Zeitpunete voran⸗ gingen, in welchem wir dieſe unſere Erzaͤhlung eroͤffneten. Arbeiter, von London geſandt, denen nicht erlaubt war, vor Beendigung des Werks das Herrenhaus zu verlaſſen, hatten
allen Zimmern an jener Seite des Gehaͤudes, den Anſtrich verfallener Kloſterhallen genommen, und Geſellſchaftsſaͤle, eines koͤniglichen Pallaſtes wuͤrdig, daraus geſchaffen. Alle dieſe Einrichtungen waren auf geheimnißvolle Weiſe gemacht worden. Die Handwerker kamen und gingen bei Nacht, und man hatte Vorſichtsmaßregeln aller Art getroffen, zu verhindern, daß die vorwitzige Neugierde der Dorfbewohner, über die Veraͤnderungen, welche mit ihrem ſonſt Iannibe jetzt reichen Tony Foſter vorgenommen worden, weder ſpeeu⸗ liren noch kluͤgeln konnte. Demzufolge war das Geheimniß ſo gut bewahrt worden, daß nur leere und ungewiſſe Ge⸗ ruͤchte in Umlauf waren, die man anhoͤrte und wieder er⸗ zaͤhlte, ohne ihnen jedoch großen Glauben beizumeſſen.
An dem Abend, von dem wir eben ſprachen, waren dieſe neuen koͤſtlich decorirten Zimmer zum erſtenmale er⸗
leuchtet,


