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lauter Stimme rufend:„Janette, Janette! ſchnell in mein
Ankleidezimmer.“ Dann wandte ſie ſich wieder zu Varney mit der Frage: ob er ihr ſonſt keinen Auftrag von dem Lord mitzutheilen habe?
„Dieſen Brief, verehrte Frau,“ ſagte er, indem er aus ſeinem Buſen ein in Roſa⸗„Seide gewickeltes Paͤckchen her⸗ vorzog,„und mit ihm ein Andenken fuͤr die Koͤnigin ſeines Herzens.“ Mit eifriger Haſt ſuchte die Lady die ſeidene Schnur zu loͤſen, mit welcher das Paͤckchen umwunden war; und da ſie in der Eile den Knoten nur immer feſter zog, rief ſie aufs Neue voll Ungeduld:„Janette, Janette! bring
ein Meſſer— eine Scheere oder ſonſt etwas, womit ich die⸗ ſen neidiſchen Knoten loͤſen“ 3
„Kann nicht mein ſchlechter Dolch Euch dieſen Dienſt
leiſten, verehrte Frau!“ ſagte Varney, ihr ein kleines Sti⸗
let von vorzuͤglicher Arbeit auͤberreichend, welches in ſeinem
dunkelblauen ſaffianenen Schwerdtguͤrtel ſteckte.
„ ‚Nein Sir!“ entgegnete die Lady, das Inſtrument, welches er ihr darbot, zuruͤckweiſend,„ein Dolch ſoll nicht das Band treuer Liebe trennen.“
„ Hat er doch ſchon manches zerſchnitten,“ ſagte Antho⸗ ny Foſter halb beiſeite, mit einem Blick auf Varney. Un⸗
terdeſſen war der Knoten entwirrt, ohne andere Huͤlfe, als die der kleinen niedlichen Finger Janettens, eines einfach gekleideten huͤbſchen Maͤdchens, der Tochter Anthony Foſters, die auf den wiederholten Ruf ihrer Gebieterin erſchienen
war. Ein Halsband von orientaliſchen Perlen, der Begleiter
eines Ambra duftenden Schreibens, ward nun eilig aus dem Paͤckchen hervorgehoben. Die Lady uͤbergab das erſtere, nach
einem fluͤchtigen Blick, der Sorge ihrer Dienerin, waͤhrend
ſie den Inhalt des zweiten las, oder vielmeyr verſchlang.
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