— 36—
Koͤrperſchmerzen ſegnete, weil ſie ſeine Seelen⸗Quaal in et⸗ was betaͤubten.“ 1 „Wie,— iſt mein Vater krank?“ fragte die Lady. „So krank,“ entgegnete Treſſilian,„daß ſelbſt Eure groͤßte Eile ihm vielleicht nicht das Daſeyn zu erhalten ver⸗ moͤgte; aber alles ſoll ſogleich zu Eurer Abreiſe in Bereit⸗ ſchaft ſeyn, ſo wie Ihr ſelbſt nur einwilligt.“ „Treſſilian,“ erwiederte die Lady,„unmoͤglich! Ich kann, ich darf dieſen Ort nicht verlaſſen. Kehrt zuruͤck zu meinem Vater— ſagt ihm, ich werde die Erlaubniß einho⸗ len, ihn binnen zwoͤlf Stunden zu ſehen.— Geht zuruͤck, Treſſilian!— ſagt ihm, ich ſey wohl, ich ſey gluͤcklich— gluͤcklich, wenn ich wuͤßte, daß auch er es ſey— ſagt ihm, nicht fuͤrchten ſoll er, daß ich komme— kommen werd' ich, ſo daß aller Gram, den ihm Emmy ſchuf, vergeſſen ſeyn wird— die army Emmy iſt jetzt groͤßer, als ſie es auszu⸗ ſprechen wagen darf.— Geh guter Treſſilian— auch Dich hab' ich gekraͤnkt, aber glaube mir, ich habe Macht, die ich ſchlug, zu heilen! ich entzog Euch ein kindiſches Herz, das Eurer nicht werth war, und ich kann den Verluſt durch Rang und Ehrenſtellen wieder gut machen.“
„Sagt Ihr das zu mir, Emmy?— bietet Ihr mir den eitlen Prunk des Ehrgeizes, fuͤr den ſtillen Frieden, den Ihr mir geraubt?— Und dennoch iſt es ſo!— aber ich kam ja nicht hieher, um Euch anzuklagen, nur Euch zu dienen, Euch zu befreien!— Ihyr koͤnnt mir es nicht verbergen, Ihr ſeyd eine Gefangene! Sonſt wuͤrde Euer gutes Herz— und ein gutes Herz war es einſt— ſchon jetzt zum Siechbett des Va⸗ ters getrieben haben!— Komm, armes, betrogenes, un⸗ gluͤckliches Maͤdchen!— alles ſoll vergeſſen— alles ſoll ver⸗ geben ſeyn. Fuͤrchte nicht meine Zudringlichkeit, was unſere
—


