Teil eines Werkes 
1. Band (1823)
Entstehung
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mir ſo puͤnktlich ſchilderſt. Aber Anthony, wie heißt der Edel⸗ mann, in deſſen Dienſt ich ein Scheinheiliger werden ſoll?

Ei, Meiſter Michael! wollt Ihr da hinaus, ſagte Fo⸗ ſter, mit einem boshaften Laͤcheln;iſt es das, was Ihr von meinen Verhaͤltniſſen wollt. Woher wißt Ihr, daß es ſolche Perſon in rerum natura giebt, und daß 1 Euch nicht ein bloßes Maͤhrchen aufheftete?

Du mir ein Maͤhrchen aufheſten, gehirnloſee Einfalts⸗ pinſel! entgegnete Michael Lambourne, ohne ſich irre ma⸗ chen zu laſſen,ſo dunkel und verborgen Du dich auch glaubſt, wollt ich mich doch verpflichten, im Zeitraume eines Tages, eben ſo hell und klar durch Dich und deine Verhaͤlt⸗ niſſe, wie Du ſie nennſt, zu blicken, als durch das ſchmutzige

Horn einer alten Stall⸗Laterne. 3 In dieſem Augenblicke ward ihre Unterredung durch ein Geſchrei, welches aus dem naͤchſten Zimmer hertoͤnte, unter⸗ brochen.

Beim heiligen Kreuz von Abingdon! rief Tony Foſter, uͤber den Schreck ſeinen Proteſtantismus vergeſſend,ich bin ein verlorner Mann!

Bei dieſen Worten ſtuͤrzte er ins Nebenzimmer, von Michael Lambourne gefolgt. Aber um zu erzaͤhlen, woher die Toͤne kamen, die ihre Unterredung unterbrachen, iſt es nothwendig, etwas in unſerer Erzaͤhlung zuruͤck zu gehen.

Es iſt ſchon bemerkt worden, daß, als Lambourne den Tony Foſter in das Buͤcherzimmer begleitete, Treſſilian allein in dem alten Gemache zuruͤck blieb. Sein dunkles Auge ſolgte ihnen bis zum Zimmer hinaus, mit einem Blicke voll Verachtung, ein Gefuͤhl, das ſich plötzlich ſeiner Seele bei dem Gedanken bemeiſterte ſich auch nur einen Augenblick zu ihrem Geſellſchafter erniedrigt zu haben.