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weshalb ſie ſo unter Schloß und Riegel gehalten wird. Ich fuͤr mein Theil habe ſie noch nicht geſehen— aber Ihr, Herr Goldreath, meine ich, habt—
„Das hab' ich, alter Knabe,“ rief der Kraͤmer,„ſeht, ich ritt von Abbingdon hieher— da kam ich an dem Fenſter des Herrenhauſes vorbei, das nach Oſten hinausgeht, und woran allerhand alte Heiligen und Geſchichten gemalt ſind. Es war nicht der gewoͤhnliche Weg, den ich eingeſchlagen hatte; ich war durch den Park geritten, weil ich die Thuͤr nur angelehnt fand, und glaubte mich des Vorrechts eines alten Cameraden bedienen zu duͤrfen, um den Schatten unter den Baͤumen mitzunehmen, denn es war ein heißer Tag; auch wollt' ich den Staub vermeiden, denn ich trug mein pürſichfarbenes Wams mit goldener Stickerei.“
„Ei der Tauſend, welche Pracht!“ ſagte Michael Lam⸗ bourne,„Du Schelm wollteſt glaͤnzen in den Augen der ſchoͤnen Frau, kannſt du doch nimmer deine alten Nuͤcken . laſſen.“
„So war's nicht!“ entgegnete der Kraͤmer mit wohl⸗ gefaͤlligem Laͤcheln—„nicht ganz ſo— aber Du weißt, Neugierde und eine Art von Mitleid eigentlich— denn die arme junge Dame ſieht vom Morgen bis zum Abend nur den Tony Foſter, mit ſeinen ſchielenden Augen, ſeinem Stierkopf und den Saͤbelbeinen.“
„„Und da wollteſt Du ihr einmal einen flinken Geſellen zeigen, ſchlank wie eine Tanne, mit ſeidnem Wams und Corduanſtiefeln, einem runden laͤchelndem Geſicht, geſchmuͤckt mit einer Sammtmuͤtze, tuͤrkiſcher Feder und vergoldeter Spange. Nicht wahr! mein Kraͤmerchen, wer gute Waare hat, mag ſie gerne zeigen. Aber kommt Ihr Herren, ver⸗ 1


