Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
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Morgen, Mylady! ſprach er zu ſeiner Reiſegefaͤhrtin, wollen wir uns, wenn es Euch gefaͤllt, fruͤh wieder auf den Weg machen, um Kenilworth zu erreichen, noch bevor ſich Alles dort verſammelt.

Die Graͤfin pflichtete dem Vorſchlage ihres treuen Be⸗ gleiters bei, ſprach aber, was einigermaßen ſein Erſtaunen erregte, nicht weiter uͤber dieſen Gegenſtand, welches Way⸗ land in die unangenehme Ungewihheit ſetzte, ob ſie uͤber ihr kuͤnftiges Benehmen dort einen Entſchluß gefaßt habe, oder nicht; denn obgleich er nicht genau mit ihren Verhaͤltniſſen bekannt war, wußte er doch genug davon, um üuͤberzeugt zu ſeyn, daß Vorſicht auf alle Weiſe beobachtet werden muͤſſe.

Berechnend indeß, daß ſie zu Kenilworth auf jeden Fall Freunde finden wuͤrde, auf deren Beiſtand und Schutz ſie mit Zuverſicht rechnen konnte, hielt er es fuͤr die beſte Er⸗ fuͤllung der uͤbernommenen Pflccht, ſie, ihrem ſtets geaͤußer⸗

ten Wunſche gemaͤß, dorthin ſo ſchnell und ſicher als moͤg⸗ lich zu bringen.

13.

Die ungluͤckliche Graͤfin von Leiceſter war von Kindheit an von ihrer Umgebung mit einer eben ſo unbegraͤnzten als un⸗ weiſen Nachſicht behandelt worden. Ihre natuͤrliche Sanft⸗ muth hatte ſie zwar vor einem noch boͤſeren Einfluſſe derſel⸗ ben bewahrt; aber jene Laune, mit welcher ſie dem ſchoͤnen, einſchmeichelnden Leiceſter den Vorzug vor Treſſilian gab, von deſſen Begriffen von Ehre und Liebe fuͤr ſie, ſie ſelbſt die hoͤchſte Meinung hegte, dieſer unſelige Irrthum, wel⸗ cher ihr ganzes Lebensgluͤck zerſtoͤrte, hatte ſeinen Urſprung