Teil eines Werkes 
2. Band (1823)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

197

eins uͤberlaſſen; aber thut nichts ſie muß meinen Kleyper reiten, und ich ihr zur Seite gehen, bis ich ein zweites Pferd bekommen kann. Wir haben nichts von Verfolgung zu fuͤrchten, wenn Ihr, huͤbſche Janette, meine Lehren niiht vergeßt. Das werde ich eben ſo wenig, als die weiſe Wittwe von Tekoa die Worte vergaß, welche Joab ihr in den Mund legte, entgegnete Janette.Morgen gebe ich vor, Mylady ſey nicht im Stande, ihr Bett zu verlaſſen.

Recht, recht, und habe K Kopfſchmerz und Herzklopfen, und wolle nicht geſtoͤrt ſeyn. Fuͤrchte nicht, von ihnen mit Fragen gequaͤlt zu werden, ſie kennen dieſe Symptome ſchon.

Aber, ſiel die Lady ein,meine Flucht wird dennoch bald entdeckt werden, und Janette wird als Opfer ihrer Rache fallen. Lieber wil ich zuruͤckkehren, als ſie ſolcher Gefahr ausſetzen.

Seyd meinetwegen unbeſorgt, ſagte Janette,wuͤnſchte ich doch, daß Ihr der guten Aufnahme dort, wohin Ihr eilt, eben ſo gewiß waͤret, als ich uͤberzeugt bin, daß mein Va⸗ ter, obgleich aufgebracht, dennoch nicht leiden wird, daß man mir Leid zufuͤge.

Die Graͤfin ward nun von Wayland auf das Pferd ge⸗ hoben, auf deſſen Sattel er ſeinen Mantel ausgebreitet hatte, um ihr einen bequemen Sitz zu verſchaffen.

Lebt wohl, lebt wohl, Gottes Segen mit Euch, rief Janette, die Hand ihrer Gebieterin mit Kuͤſſen bedeckend; freundlich erwiederte dieſe ihre Liebkoſungen. Dann trat Janette zuruͤck, und ſorach zu Wayland:Moͤge Gott Euch einſt in der Noth beiſtehen oder verlaſſen, gleich wie Ihr jetzt an meiner huͤlfloſen Gebieterin treu oder falſch han⸗ delt!