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„So willſt Du nicht mit mir entſtiehen? fragte die Graͤfin aͤngſtlich.—„Willſt Du mich 3eshdits— Sind das deine treuen Dienſte?““*
„Ich wuͤrde mit Euch entſliehen, Fhrure Graͤin, ſo froͤhlich, als je ein Vogel ſeinem Kaͤfigt entfloh,“ erwiederte Janette; naber das wuͤrde Anlaß zur Entdeckung und zur Verfolgung gehen;, ich muß bleiben, und auf Mittel ſin⸗ nen, Eure Flucht auf einige Zeit verborgen zu halten. f Moͤge der Himmel mir meinen Betrug vergehen, der Notl⸗ wendigkeit wegen!““.
4„Soll ich denn allein mit dem Fremden reiſen? Be⸗ denke Janette, koͤnnte das nicht ein neuer boshafter Ver⸗ ſuch ſeyn, mich von Dir, meiner einzigen Freundin, zu trennen? 27
4„Glaubt das nicht, theure Lady!“ ſagte Janette;„der Fremde meint es gewiß ehrlich mit Euch; er iſt ein Vertrau⸗ ter des Herrn Treſſil ian, und von dieſem hieher geſandt.“
„Wenn er ein Freund von Kreſſilian iſt,“ ſagte die Graͤfin„„iſo will ich mich ſeinem Schutze uͤbergeben, wie dem eines Engels, vom Himmel zu meiner Rettung herabgeſandt; nie kannte jemand weniger als Treſſilian Falſchheit oder Eigennutz. Stets vergaß er ſich ſelbſt, wenn er Andern nuͤtz⸗ lich ſeyn konnte— aber ach! wie wurde ihm vergolten!“
Mit eiliger Haſt rafften ſie nun die wenigen Sachen zu⸗ ſammen, welche die Graͤfin mitnehmen ſollte, und die Ja⸗ nette, ſo ſchnell als moͤglich, in ein kleines Buͤndel zuſam⸗ men packte, in welches ſie auch noch dasjenige von den Koſt⸗ barkeiten legte, was ihr gerade in die Haͤnde fiel, unter denen ſich auch ein Kaͤſtchen mit Edelſteinen befand, welches, wie ſie kluger Weiſe berechnete, im Nothfall treffliche Dienſte leiſten koͤnnte. Die Graͤfin von Leiceſter vertauſchte darauf ihre Kleidung gegen eine andere, welche Janctte auf etwa⸗


